Was ist Yoga
Yoga ist ein Weg zur Bewusstseinsbildung- und Erweiterung, es ist ein spiritueller Weg, der die latenten Fähigkeiten des Übenden zum Vorschein bringt.
Das Wort Yoga kommt aus der altindischen Sprache des Sanskrits. Es stammt aus der Wurzel yui = verbinden, vereinen, anjochen. Im Sanskrit, die hl. Sprache der Inder, meinte Yoga ursprünglich das Anschirren oder Anjochen von Zugtieren vor einen Wagen. Man könnte dies nun übersetzen, dass wir versuchen, auf eine bestimmte Weise diszipliniert mit uns umzugehen, d.h. uns zu zügeln in unseren äusseren und inneren Aktivitäten. Es braucht die Beherrschung und Zähmung körperlicher, geistiger und seelischer Widerstände, also die Harmonisierung zwischen Körper, Geist und Seele. Dieses ist die Voraussetzung für das Erlebnis der Einheit. Yoga : Ich schaffe den Weg von aussen nach innen und aus dieser Mitte lebe ich in Eigenverantwortung und Vertrauen auf das Höchste.
Yoga ist das Wissen über den Mensch mit seinen körperlichen, mentalen und emotionalen Strukturen. Im Yoga geht man von der Samkhya - Lehre aus, die den Menschen in drei Wesensanteile (Gunas) unterteilt, sattva (das durch yoga zu Erreichende) das Lichtvolle, Leichte, das Ausgeglichene, die Mitte, rajas (ha) das Energetische, Dynamische, das Unruhige, Ständigaktivsein, tamas (tha) das Dunkle, Schwere, Träge, Sichnichtaufraffenkönnen. Je nachdem welches Guna bei der Geburt vorherrscht, stellt sich der Charakter ein, rajas impulsive, feurige, oftmals unbeherrschte, extrovertierte Menschen, tamas träge, schwer zu begeisternde, zu Depressionen neigende, introvertierte Menschen. Um auf allen Ebenen ein gesunder Mensch zu sein, müssen die Gegensätze in Harmonie gebracht werden.
Warum braucht der Mensch Yoga?
Vor allem im Westen in der so genannten zivilisierten Gesellschaft, die oftmals mehr Schein (aufgezwungene Verhaltesmuster, nur nach Aussen perfekt erscheinen wollen) als Sein ist, haben wir das Mensch - Sein verlernt.Da in den letzten Jahrzehnten die Technik und der Materialismus an erster Stelle kam, alles immer rationeller und schneller gehen musste und noch heute muss, haben wir uns physisch, psychisch und mental sehr verändert. Jeder und Jede ist im Stress. So hetzen die meisten von einem Termin zum anderen, ohne sich ein bisschen Ruhe zu gönnen. Viele haben verlernt, sich selber zu spüren, auf die Bedürfnisse der emozionalen- und körperlichen Ebene zu hören und diese zu respektieren. Da wundert es nicht, dass der einzelne Mensch immer verspannter, unbeweglicher, verbissener und egozentrischer wird. Um sich ein bisschen Entspannung zu verschaffen, stürzen sich viele in Suchtverhalten (aller Art), was über längere Zeit meistens zu einer Krankheit führt.
Hier setzt der Yoga an; durch seine Methoden erlernt der Übende sich wieder zu spüren, Aktivität (Sympathikus) und Ruhe (Parasympathikus) in Harmonie zu bringen. Das klingt einfach, ist es auch, denn es ist unser natürlicher Zustand, aber Gleichzeitig ist es auch das Schwierigste geworden. Meiner Überzeugung nach müssen wir nicht perfekt sein, weder aussen noch Innen, sollten uns aber darum bemühen immer bewusster zu werden und in Eigenverantwortung zu leben. Für mich bedeutet das, seine Pflicht (svadharma) zu erfüllen, sich Zeit zu gönnen, sich und seine Umwelt wahrzunehmen und situationsadäquat zu agieren. Nicht zuviel nicht zu wenig, alles hat seine Berechtigung, das Mass ist entscheiden.
Wir haben unsere Umwelt
so radikal verändert,
dass wir uns jetzt selber ändern müssen,
um in dieser neuen Umwelt
existieren zu können.
Norbert Wiener


